Village Football!

Freitag, 28.10.2011

Hehe, heute mal was Neues: Fußball. Zumindest neu für mich, mitten drin statt nur dabei =) Leider hat im Moment jeder den Kopf voll mit assignments, Klausuren und sonstigem Unikram und man trifft sich eher in der Bibliothek statt im Village. Auch bei mir sieht’s nicht anders aus, Hausarbeiten ohne Ende und das bedeutet leider sehr viel Arbeit, auch wenn ich ja nur bestehen muss. Trotzdem habe ich versucht mir an den Wochenenden Zeit für andere Dinge zu nehmen, da kam Johannas Aufruf ganz gelegen. Beim Versuch Schokoladenpudding zu machen, der leider eher in einer verbrannten braunen Masse endete wechselte Johanna plötzlich das Thema: „Sag mal willst du Fußball spielen?“ Hmmm, lieber erstmal nachhaken bevor ich „Ja“ sage :D. Der Südinseltrupp, mit dem Johanna unterwegs war plante wohl ein kleines Fußballmatch – just for fun, dafür fehlte jedoch noch ein Spieler. Das war jedenfalls Johannas Version für meine Ohren, haha :D. Grundsätzlich hatte ich dagegen nichts einzuwenden und sagte zu, unter der Voraussetzung, dass ich mit meinem nächsten assignment fertig bin vor dem Spiel. Johanna teilte das dann via Facebook Harold, dem „Organisator“ mit. Am nächsten Tag gehe ich nichts ahnend ins Fitnessstudio und versuche mit alle Mühe den Schokopudding vom Vorabend wieder abzutrainieren, als mir Harold über den Weg läuft: „Hey, cool, dass du dabei bist. Ich hab dich jetzt übrigens auch für das USU Fußballturnier am Freitag angemeldet!“ Fußballturnier? Was, wie, wo? Was für ein Turnier? Mir war scheinbar entgangen, dass die USU (die, die auch die Ausflüge usw. organisieren) eine Village-Meisterschaft geplant hatten, bei dem sich mehrere Mannschaften aus dem Village zusammen tun und um den „Titel“ und 100 Dollar Freiverzehr im Carrington’s spielen konnten. Mhhh, okay, meine Fußballkünste sind nun wirklich auf ein Minimum beschränkt, das teilte ich Harold dann auch mit. Der hat nur gelacht und meinte das wär kein Problem, die Tore von den Mädels zählen sogar 2 Punkte. Außerdem würde es Freibier und ein Barbeque geben. Na gut, das hat mich dann auch entgültig überzeugt – Freitag Fußball.

Für das Spiel hatten wir von der USU sogar eigene Trikots bekommen, die wir danach behalten durften. Aber zum Outfit später mehr =)

Am Spielfeld angekommen stellten wir fest, dass wir wirklich die einzige Mannschaft mit Mädels waren. Gut, wir setzten mehr auf den Spaß- als auf den Erfolgsfaktor und hatten außerdem Marine, die als Cheerleader und Fotografin das Geschehen beobachtete. Ansonsten spielten Johanna, Ellen, Paul, Harold, Philipp, Jürgen, Carlos, Carlos, Carlos (ja, dreimal Carlos) und Eduardo kam als Torwart dazu. Nach einem kleinen Warm-Up, bei dem ich unserem Torhüter schonmal versehentlich den Ball aus 2 Metern Entfernung in Richtung Magengrube katapultiert habe ging’s dann ans erste Spiel, bei dem ich auch gleich dabei war. Obwohl die anderen Teams sagen wir mal „professioneller“ spielten hatten wir offensichtlich den meisten Spaß und hielten tapfer das unentschieden bis dann in den letzten 3 Minuten doch noch zwei Tore fielen. Unsere Jungs nahmen es jedoch gelassen und feuerten die Mädels an, schließlich zählten „weibliche Tore“ doppelt. Das hat dann leider nicht so ganz geklappt, auch die nächsten Spiele liefen eher bescheiden, aber der Spaßfaktor stieg von Spiel zu Spiel.

Die USU hatte außerdem einen Preis für das Team mit dem besten Outfit angekündigt. Während das deutsche Team im Einheitslook mit Namen auf dem Trikot auf dem Platz erschien, hatten Johanna und ich jegliche Partyaccessoirs zusammengesammelt und am Spielfeldrand platziert.  Nach einem Barbeque und Bier zur Stärkung wurde es also Zeit für ein bisschen Entertainment. Carlos spielte ab sofort im rosa Bastrock, statt im Fußballtrikot, der andere Carlos versuchte sich an der pinken Perücke und einer der bad-taste-Hosen. Die andere nahm Paul und die blaue Perücke ging an Jürgen. Wir Mädels spielten alle mit Schnurrbart (was dazu führte, dass wir uns mehr darauf konzentrierten, den Schnurrbart nicht zu verlieren als den Ball Richtung Tor zu spielen). Und zack - 1:0 für uns - die Ablenkungstaktik schien zumindest für ein Spiel zu funktionieren =)

So landeten wir am Ende zwar nicht im Finale, aber gewannen einen 25 Dollar Gutschein im Carrington‘s als Team mit dem besten Outfit. Den Gutschein setzten wir gleich in Flüssiges um und waren rundum zufrieden mit wenig Toren, aber jeder Menge Spaß!

                               

Nach einer Dusche trafen wir uns dann später noch zu einer Movie-Night bei Harold, das war es dann für diesen Freitagabend, für die meisten wartete am nächsten Tag entweder ein USU Ausflug oder die Bibliothek.

Rugby World Cup Finale – Go All Blacks!

Sonntag, 23.10.2011

Nachdem gestern (Samstag) der ganze Rest der Südinseltruppe unversehrt im Village angekommen ist, stand heute direkt das nächste Highlight auf dem Programm: Das Rugby World Cup Finale 2011 in AUCKLAND. In eine Rugby-verrückten Nation wie Neuseeland auf jeden Fall ein einmaliges Erlebnis, das wir uns auf keinen Fall entgehen lassen wollten, nachdem die All Blacks das Finale erreicht hatten und darauf warteten nun im Finale auch noch Frankreich vom Feld zu jagen.

Natürlich hatten wir aus dem Fehler von der Eröffnungsfeier gelernt und wollten dieses Mal eher in die Stadt fahren, um wirklich ganz sicher in die Cloud zu kommen und von dort aus entspannt das Finale zu genießen. Um 10 Uhr morgens ging’s also los in die Stadt (zumindest für die, die nicht zu faul zum Aufstehen waren), das Spiel sollte um 9 Uhr abends beginnen. Ein langer Tag also. Schon am Morgen saßen viele All Blacks Fans mit uns im Bus Richtung Downtown und wir waren froh so früh losgefahren zu sein. Den Tag auf dem Queens Wharf Gelände (alles rundherum um die Cloud) haben wir uns mit einigen Leckereien, Gesichtsbemalung und Leute beobachten versüßt, bis um 3 Uhr nachmittags das Programm auf der Bühne losging. Bei bestem Wetter (das jede Menge Sonnencreme erforderte) haben wir uns unser Plätzchen auf dem Boden vor der Bühne gesichert und uns den Nachmittag mit dem Bühnenprogramm vertrieben. Irgendwann wurde es dann draußen doch zu kalt, also ab in die Cloud und ein Plätzchen vor der Leinwand reservieren. Das lange Rumsitzen wurde langsam doch etwas anstrengend, zum Glück haben wir ein paar gesponserte Pappsitze ergattern können, die den kalten Steinboden etwas erträglicher machten. Denn so schön das Wetter auch ist – Auckland abends ist kalt, richtig kalt manchmal.

Helena & JillJasmin   Johanna           

Irgendwann stieg die Stimmung merklich, die Vorfreude auf das Finale stieg und die All Blacks Fahnen standen nicht mehr still. Als dann die Helden in schwarz endlich auf der Leinwand erschienen gab es kein Halten mehr!

Das Spiel selbst war super spannend. So einfach wie es sich die Kiwis erhofften ließen sich die Franzosen dann doch nicht abservieren, ein ewiges Hin und Her, blutende Nasen, Ohren, herausspringende Kniescheiben, Kreuzbandrisse – volles Programm und keins für Weicheier ;-) Bis zur letzten Minute blieb es spannend und dann endlich die Erlösung: Die All Blacks haben das Finale mit 9:8 gewonnen – Neuseeland ist Rugby World Champion!!! Da hielt es natürlich niemanden mehr auf dem Platz, Tränen, Jubel, Kreischerei – die Kiwis waren aus dem Häuschen, und wir auch! Draußen starteten die Feuerwerke und die Stadt stand Kopf. Allerdings nicht lange – der Jubel legte sich dann doch recht bald und wir versuchten in irgendeine Bar oder einen Club zu kommen, um dort weiter zu feiern. Das stellte sich aber wegen Überfüllung als unmöglich heraus und so entschlossen wir – total k.o. von dem langen Tag – nach Hause zu fahren.

     

Ein toller Tag, aber trotzdem muss ich sagen, dass die Kiwis trotzdem immer eine eher gemäßigte Freude an den Tag legen. Wenn Deutschland Fußballweltmeister werden würde, gäb es wohl eine Party ohne Ende und völlig ausflippende Fanmeilen.

Zuhause angekommen sind wir alle nur noch totmüde ins Bett gefallen, ein bisschen traurig, dass es erstmal vorbei ist mit dem Rugby-Fieber!

Talofa Samoa!

Dienstag, 18.10.2011

Talofa ihr Lieben!

So, da bin ich wieder – zurück aus dem wunderschönen Samoa! Ich kann euch sagen, dass ich glaube ich ein kleines Stück vom Paradies entdeckt habe (verwöhnte Nasen haben vielleicht Besseres gesehen, ich aber bislang nicht)! Ich versuche mal meine Gedanken zu ordnen und 10 Tage Tropical Island einigermaßen nachvollziehbar zu beschreiben:

Am Samstag (den 8. Oktober) ging es ENDLICH los. Meine Mitbewohnerin Jasmin aus Österreich und ich hatten ja vor einiger zusammen mit Jill aus den Niederlanden und ihrer Mitbewohnerin Marisol (Kiwi) unseren Flug nach Samoa gebucht. Da am Samstagmorgen auch noch eine andere größere Truppe Richtung Südinsel aufgebrochen ist und somit 2 Leihwagen auf dem Parkplatz standen, hat uns Ellen freundlicherweise morgens um halb 5 zum Flughafen gefahren. Dort ging es dann um 6.45 Uhr mit Polynesian Blue los nach Apia (Hauptstadt Samoas), wo wir am Freitag (den 7. Oktober) um halb 1 mittags angekommen sind. Die vier Stunden Flug bedeuteten also eine Zeitreise von 23 Stunden (rückwärts), das war ziemlich merkwürdig nach so kurzer Reise die Uhr einen ganzen Tag zurückzustellen. Schon der Blick aus dem Flugzeug war vielversprechend und das türkisblaue Wasser deutete bereits an, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten. Am winzigen Flughafen (mit zwei Gates) wurden wir von samoanischer Musik empfangen.

Bye Bye Auckland!Immer noch AucklandHallo Samoa!    

In Apia hatten wir im Samoa Marina Hotel die ersten beiden Nächte gebucht, danach wollten wir spontan entscheiden wo es hingeht. Am Flughafen boten gleich mehrere Fahrer gleichzeitig ihre Taxi-Dienste an, der erste allerdings zu völlig überteuertem Preis. So lehnten wir ab und trafen „Tau“, der von nun an unser Fahrer und z.T. auch persönlicher Entertainer sein sollte. Tau, ein älterer (wie alt ist schwer zu sagen) typischer Samoaner im langen Rock (die Männer tragen alle Röcke), immer mit einer Tasse Kaffee oder Tee in der Hand, führte uns zu seinem „Shuttle Bus“, in dem noch zwei andere Gäste mitfuhren, die allerdings bereits nach wenigen Minuten ihr Ziel erreicht hatten. Was genau an Tau so lustig ist, lässt sich schwer beschreiben, wenn man ihn nicht selbst erlebt hat. Tau schepperte mit seinem uralten Bus und uns 4 Mädels los Richtung Apia Stadt, (der Flughafen liegt ein ganzes Stück außerhalb der Stadt) und versprach uns unterwegs am Geldautomaten anzuhalten, damit wir erstmal Bargeld (Samoanische Tala) abheben konnten. Die Fahrt dauerte eine gefühlte Ewigkeit, weil Tau einerseits einen waghalsigen Fahrstil pflegt, andererseits die 35 km/h Grenze selten zu überschreiten schien.

In Samoa fährt man links, sitzt aber auch links (oder bei einigen Fahrzeugen rechts), was eher untypisch für den Linksverkehr ist, an den wir uns ja in Auckland bereits gewöhnt haben. Tau erklärte uns, dass man das vor zwei Jahren einfach beschlossen hat, den Verkehr auf die linke Seite zu verlegen, weil das einfacher für die Touristen aus Neuseeland sei…okaaaay, das ist eine interessante Argumentation, zumal das Straßennetz in Samoa im Wesentlichen aus einer einzigen Hauptstraße rund um die Insel plus weiteren kleinen Nebenstraßen ins „Landesinnere“ besteht. Nun gut, gefahren wird also jetzt links, gesessen wird dort wo das Auto das Lenkrad hat, und das ist bei jedem Auto anders. Tau liebt seinen Job, und er ist ein Geschichtenerzähler. Wahrscheinlich ein Geschichtenerzähler für viele viele Gäste im Bus, denn obwohl wir nur zu viert waren, gab er sämtliche Informationen mit voller Inbrunst und Lautstärke preis – weghören unmöglich. „Welcome to paradise, ladies. This is the tropical island Samoa, you will love it. I love it and you will see aaaaaaaaaaaaaall the beautiful places. If you need help – call me. At any time for any reason, just give me a call, I’ll be there for you. This bus is all I have, but I LOOOOVE the simple life. Look at all the beautiful gardens. I LOOOOVEEE gardening. We keep our island nice and clean, jaja nice and clean. It’s AAAAAALL about community work, I LOOOOOVE working for the community. That’s what I like. I have a simple life, but I love it. All about gardening, all about community work.” Das waren die ersten Infos von Tau über sich selbst, wir mussten uns schwer zusammenreißen, um nicht lauthals loszulachen. Und das nicht über den Inhalt (nicht dass jemand kritisiert, dass wir uns darüber lustig machen, wenn jemand mit seinem einfachen Leben zufrieden ist – im Gegenteil). Aber Tau sprach und sprach und sprach, laut und in einer Melodie, die sich leider nicht in Worte fassen lässt. Er liebt die langgezogenen Sätze. „It’s AAAAAAAAAAAAAALL about community work“, er war einfach witzig und anfangs etwas furchteinflößend, weil er uns fast angeschrien hat während er erzählte. Als er dann sagte, dass er uns unterwegs sein Haus zeigen möchte, haben wir uns etwas verdutzt angesehen und diese Aussage einfach erstmal ignoriert. Tau zeigte uns dann voller Stolz alle Plätze, die ihm wichtig sind. „This is the biggest church of Samoa, this is my church. And see the gardens, I LOOOOOVE gardening, it’s all about community work” (diesen Satz konnten wir den ganzen Urlaub lang nicht vergessen, weil wir ihn auf der gesamten Fahrt mindestens 10 mal gehört haben). Etwa 1 km weiter „ahhhhhhhh this is the SECOND biggest church of Samoa. And have a look, it’s all nice and clean, nice and clean, and a nice garden. I LOOOOVE gardening” (ach, wirklich?). So ging es weiter und wir sahen noch die dritt-, viert- und fünftgrößte Kirche in Samoa, im Abstand von etwa 2-5 Kilometern. Ob diese Informationen so richtig waren…das war uns aber auch eigentlich egal, Tau war einfach lustig. Zu jeder Kirche gab es dann auch noch eine genaue Information über die großzügigen Spender. „This church was built by the American people. Our friend Barack Obama is a nice guy. This church was paid by the Japanese people…” und so ging es weiter. Neben zahlreicher Kirchen gab es auf der Fahrt aber auch schon mal etwas vom typischen samoanischen Leben zu sehen. Was uns sofort auffiel: Es gibt keine Häuser. Zumindest keine Häuser wie wir sie kennen. Die Samoaner leben in offenen Häusern, die aus Beton oder Holzpfeilern /-säulen und einem Dach bestehen. Abgeschlossene Räume gibt es nicht oder nur manchmal. Tau erklärte uns, dass diese Bauweise hier üblich ist, weil es das ganze Jahr über sehr heiß ist. Das Argument war einleuchtend. Für europäische Augen jedoch trotzdem etwas befremdlich - ein Leben ohne Privatsphäre.  So sahen wir unterwegs Leuten bei ihrem Mittagsschlaf auf einem Bett oder einer Matratze mitten im „Haus“ zu, beim Kochen oder bei der Handarbeit. Sanitäranlagen scheint es gar nicht oder irgendwo hinter den Häusern zu geben. Jedenfalls spielt sich das ganze Leben mehr oder weniger draußen ab. Leider habe ich nicht ganz so viele Fotos machen können, vom Bus auf war das etwas schwierig. Die ganze Insel zeigte sich bei strahlendem Sonnenschein von ihrer schönsten Seite – tausende Palmen (so viele habe ich vorher noch nie auf einmal gesehen), Pflanzen in allen Farben und Formen, Regenwald und immer wieder mal ein Pferd oder ein Schwein, dass durch den heranbrausenden Tau aufgeschreckt von der Straße rennt.

Berlin ~ 20.000 km ;-)      Möglicherweise die zehntgrößte Kirche Samoas ;-)

Samoa ist ein Entwicklungsland, das wurde uns auf der Fahrt auch deutlich. Die meisten Leute leben von Papaya, Kokosnüssen und Mangos, die ganze Insel ist ziemlich ursprünglich, auch wenn Tau stolz berichtet, dass Samoa die erste Insel im Südpazifik mit echten Ampeln war. Aber das hat alles seinen Charme, denn genau das wollten wir ja – eine Südseeinsel ohne Massentourismus und große Ferienanlagen. Und ich würde Samoa auch nicht als arm bezeichnen, die meisten Menschen leben in einfachen Verhältnissen. Die Samoaner sind groß, vor allem die Frauen sind groß und schwer. Auch wenn die meisten wohl übergewichtig sind, wirken sie nicht „dick“, sondern sehr sehr kräftig. Mit einer Samoanerin möchte ich mich jedenfalls nicht duellieren ;-)

Während der Fahrt vorbei an Regenwäldern und traumhaften Küstenabschnitten freuten wir uns schon auf die kommenden 9 Tage in Samoa. In Apia angekommen war die Enttäuschung dann groß. Die Hauptstadt hat uns überhaupt nicht gefallen, aber unser Hotel war ok, zwei Zimmer mit einem Bett und Klimaanlage. Der Hunger trieb uns bei 30 Grad und etwas Regen gleich wieder vor die Tür, ein Sandwich und eine Flasche Wasser waren im Supermarkt ein paar hundert Meter weiter problemlos zu finden. Die Suche nach einem schönen Strand blieb erfolglos, so entschlossen wir uns in den sauren Apfel zu beißen und im „Marine Resort“ um die Ecke 4 Tala Eintritt zu zahlen, um bei Regen und Wind an einem nicht unbedingt atemberaubenden Strand zu sitzen und das erste Bad im felsigen Meer zu nehmen. Nach einer Dusche und ein bisschen Ausruhen machten wir uns auf die Suche nach einem schönen Plätzchen zum Essen…wir liefen und liefen und liefen, aber bis auf Fish & Chips und ein paar heruntergekommene, aber völlig überteuerte Läden war nichts zu finden. Auf die Frage nach dem Obstmarkt und einer netten Bar antworteten die Einheimischen nur mit Schulterzucken oder „McDonalds“. Hmmmm, das war nun nicht gerade die erste Wahl. Also sind wir wieder zurück und haben dann ein Schiff direkt schräg gegenüber von unserem Hotel entdeckt, das aber ein Restaurant war. Genau die richtige Wahl =) Mit ein paar Cocktails, frischer Kokosnuss und gutem Essen schmiedeten wir dann Pläne für die nächsten Tage. Wir hatten nämlich erfahren, dass der kommende Sonntag ein „White Sunday“ (also ein Feiertag) und der Montag ebenfalls ein Urlaubstag ist und wir daher bis Dienstag in Apia festgesessen hätten. Das kam auf gar keinen Fall in Frage, wir wollten so schnell wie möglich raus aus der Stadt und an den Strand. Daraufhin haben wir nach einigen Diskussionen die zweite Nacht in Apia stornieren können, man hat uns sogar geholfen eine Unterkunft in Lalomanu (angeblich der schönste Strand auf Upolu) zu buchen. Anstatt zu zweit wollten wir zu viert eine „Beach Fale“ belegen, was den Preis von 90 auf 70 Tala pro Person senkte, das sind umgerechnet ca. 20 Euro, inklusive Frühstück und Abendessen – perfekt. Der liebe Tau half uns auch dieses Mal wieder aus der Patsche und kutschierte uns am nächsten Morgen um 7 Uhr von Apia nach Lalomanu, selbstverständlich nicht ohne uns auf der Fahrt weitere nützliche Informationen und Tipps zu geben. „This is were the Germans live. The Germans live AAAAAAAAAAAAAALL the way up in the mountains, jaja, this is where they live! And this primary school was built by the Germans. This is were AAAAAAAAAALL your tax money goes” – jaaaaaaaa, danke für den Hinweis an die deutschen Steuerzahler. Den Hinweis über deutsche Steuergelder haben wir mindestens genauso oft gehört wie die Tatsache, dass Tau das Gärtnern und das einfache Leben liebt. Das haben wir ja bereits auf der ersten Fahrt festgestellt. „Ahhhhhhhhhh and have a look at this region over there, this is the outback where AAAAALL the virgins live. If you need a good wife go along this road, this is where the good women live, jajajaja, all the good women” – spätestens zu diesem Zeitpunkt fiel es uns wieder schwer nicht laut los zulachen. Tau gab uns diesen Tipp wie eine Empfehlung für ein gutes Restaurant…“Wenn ihr virgins aus dem Outback sucht, einfach 300 Meter gerade aus, dann die nächste rechts”. Tau schien diesbezüglich Ahnung zu haben und so erfuhren wir noch, dass er allein lebt, aber 15 Kinder hat (ungefähr, genau weiß er es selbst nicht). Und wo man Alkohol kaufen kann, denn „half full, that’s how you make babies, half full is the best way!” – äääähm ja, danke auch für diesen Hinweis!

Nach etwa 2 Stunden Fahrt und 2 Stunden Lachen über Taus Geschichten waren wir angekommen bei den Taufua Beach Fales in Lalomanu. Beach Fales sind hier die gängigen Unterkünfte, die eigentlich nur aus einem Boden und einem Dach, gestützt von ein paar Holzpfeilern bestehen. Die meisten sind offen, einige haben dünne Wände oder Plastikplanen, die gegen den Regen schützen. Kein Luxushotel der Welt kann jedenfalls den besten Schlafplatz direkt am Strand ersetzen! In der ersten Nacht waren das Rauschen der Wellen und der Wind noch etwas gewöhnungsbedürftig, danach nicht mehr wegzudenken. Möbel gibt es natürlich keine, nur Matratzen und ein Moskitonetz für jeden. Aber da wir alle nur mit 7 kg Handgepäck (also jeder mit einem Rucksack) gereist sind, war das alles kein Problem. Toiletten und Duschen gab’s auf der anderen Seite vom Parkplatz, etwas sandig, aber sonst sauber und einwandfrei. Oben in den Bergen gab es etwas bessere Unterkünfte mit eigenem Bad und tollem Ausblick, aber wir hatten uns nun mal in unsere Beach Fale verliebt und es gab später noch einigen Protest, als man uns wegen „Überbuchung“ in die Berge schicken wollte.

Beach Fales Lalomanu    Jasmin, Jill, Marisol, Caro im neuen Heim am Strand =)   

Bei strahlendem Sonnenschein und türkisblauem Wasser haben wir nur schnell die Rucksäcke in unser neues Zuhause geworfen und danach den restlichen Tag am Strand genossen. Gleich am Abend haben wir beschlossen, dass wir noch 2 Nächte länger bleiben wollen. Überrascht hat uns auch das sagenhafte Essen – leider so sagenhaft, dass ich gefühlte 3 Kilo zugenommen habe in 10 Tagen. Aber egal, das gehört zum Urlaub dazu. Zum Frühstück gab es jeden Morgen Toast, Spiegelei, Rührei, Ei in allen möglichen anderen Variationen, baked beans, Orangen/Papaya, Pfannkuchen (mein morgendliches Highlight), Schinken usw. usw., verhungern musste man also nicht. Abends gab es täglich frischen Fisch, Garnelen, Hummer, irgendein Fleischgericht, jede Menge Salat, Reis, Pasta, usw., jeden Tag etwas anderes und leeeeeecker =). Der Fisch ist in Auckland leider sehr teuer, daher haben wir in 10 Tagen den Bedarf der letzten Wochen nachgeholt. Gegessen wurde immer an zwei langen Tischen, sodass man eigentlich jeden Tag mit neuen Leuten ins Gespräch kam und in netter Gesellschaft war. Natürlich auch in deutscher Gesellschaft. Man reist ans andere Ende der Welt und wen trifft man? Deutsche! Sowohl in Neuseeland als auch in Samoa waren die ersten Personen, die wir getroffen haben Deutsche. Naja, also unsere Landsmänner und -frauen lieben scheinbar das Reisen, man trifft sie wirklich in jedem noch so abgelegenen Fleckchen. Aber auch sonst haben wir viele witzige Leute und Lebensgeschichten kennengelernt. Darunter zwei deutsche Hippieschwestern aus Berlin, die durch Neuseeland, Indien und den Südpazifik reisen, ein Kanadier und seine deutsche Ehefrau, die sich im Frauenknast in Equador kennengelernt haben, eine Maori-Filmproduzentin, die eine Reportage über Samoa nach dem Tsunami dreht, drei abgedrehte Australier, die angeblich Hirnchirurgen werden wollen (da würde ich mich lieber selbst behandeln), ein Stewart von Air New Zealand, der seine eigene – nennen wir es mal „interessante“ – Bademode entwirft…und natürlich in erster Linie die netten Mitarbeiter, die ziemlich hilfsbereit waren, auch wenn man sich als Gruppe mit vier Mädels manchmal ganz schön was gefallen lassen muss bei den Samoanern.

  Talei fängt das Abendessen!      Not macht erfinderisch ;-) 

Das gute Essen, der traumhafte Strand, die netten Leute und die Tatsache, dass wir noch ein paar Ausflüge in die Umgebung machen wollten führten dann zu der Entscheidung noch einmal zu verlängern, bevor es rüber nach Savai’i (zweite Hauptinsel Samoas) gehen sollte. Den Trip nach Savai’i mussten wir planen, weil es auf der gesamten restlichen Insel keine Geldautomaten gibt, nur in Apia. Daher mussten wir vorher überlegen wie viel Bargeld wir für den gesamten restlichen Aufenthalt abheben wollen, um das bei einem kleinen Zwischenstopp in Apia zu erledigen. Daraus wurde dann aber nichts, denn bei der weiteren Planung fiel uns auf, dass die gesamte Reiserei auf Savai’i doch etwas das Budget sprengen könnte. Taxi hier, Taxi dort, Fähre hin, Fähre zurück, etliche Busfahrten…wir haben dann ein paar Leute gefragt, die schon länger in Samoa leben, was es genau anzusehen gibt auf Savai’i. Eine richtige Antwort konnte uns niemand geben, außer dass es schön sei und etwas ruhiger. Daraufhin ging die  Diskussion von vorn los – warum Kosten und Aufwand für Savai’i, wenn wir doch sowieso schon an einem der schönsten Plätze Samoas sind? Ich wollte eigentlich trotzdem nach Savai’i, weil ich wahrscheinlich nie wieder nach Samoa kommen werde und sonst das Gefühl hätte, etwas verpasst zu haben. Irgendwann habe ich dann jedoch meine Meinung geändert, erstens war es wirklich eine Geldfrage, die Südinsel ruft schließlich auch noch und zweitens schien es tatsächlich wieder auf Strand hinauszulaufen, denn ohne Auto wird es schwierig in die Berge und Wälder zu fahren. Die Entscheidung lautete also: Wir bleiben, aber wir machen von hier einige Ausflüge in die Umgebung. Und wir fahren trotzdem nach Apia, weil wir alle dringend Bargeld brauchten.

Gesagt getan, der Tag war sowieso der einzige „Schlecht-Wetter-Tag“, wir haben den lokalen Bus nach Apia genommen, der ist günstig und eine Fahrt mit dem heimischen Bussen darf man nicht verpassen! Die Busse sind alle offen, mit Holz ausgekleidet und meist total überfüllt. Unser Busfahrer drehte den Insel-Hitmix auf eine solche Lautstärke, dass niemand den Bus überhören konnte. Aber die Musik war sogar gut…“We No Speak Americano“ in einer polynesischen Inselversion, sehr interessant :D. Nach und nach stiegen immer mehr Gäste ein und nach einer halben Stunde hatten wir uns alle gegenseitig auf dem Schoß, alle anderen Leute aber auch. Die Leute, die einsteigen und keinen Platz finden, setzen sich einfach bei irgendjemanden auf den Schoß =) Etwas gequetscht, aber wegen der offenen bzw. nicht existenten Fenster immer bei frischer Luft und daher angenehmer als in den meisten deutschen U-Bahnen und Zügen tuckerten wir bergauf bergab durch jede Menge kleine Dörfer, hupten ein paar Schweine, Pferde und Hühner von der Straße und erreichten am frühen Nachmittag Apia. Dort war die erste Anlaufstation der Geldautomat, die zweite der Obstmarkt, auf dem wir für umgerechnet 0,25 € eine frische Kokosnuss gekauft und getrunken haben. Auf einem anderen Markt gab es jede Menge kitschigen Schmuck, Kokosnussbikinis (erst wollten wir wirklich einen haben), Schnitzereien, Kleider, Tücher und jede Menge anderen Schnickschnack zu bestaunen. Wir alle haben uns ein bis zwei Tücher zugelegt, die bei dem warmen Wetter am Strand angenehmer zu tragen sind als Hose und T-Shirt.

Apia  Apia Obstmarkt  Genau!    Zurück nach Apia   

Nach dem Einkauf ging es mit dem Bus zurück nach Lalomanu, wo die Happy Hour bereits auf uns wartete. Die gab’s jeden Tag von 4-7 und war selbstverständlich fester Bestandteil unseres Tagesablaufs =). Für 10 Tala (ca. 3 Euro) haben wir nach einer abkühlenden Dusche (warmes Wasser gab es nicht) bei ein bisschen Musik, im Smalltalk mit den anderen Gästen oder beim Whale-Watching (2 Mal waren gegen Abend in einiger Entfernung Wale zu sehen) frische Cocktails und einen tollen Sonnenuntergang genossen.

      

Am nächsten Tag mussten wir uns alle erstmal ein bisschen von der Sonne fernhalten. Die ist hier unten in Neuseeland und auch in Samoa so aggressiv, dass selbst die ziemlich dunkelhäutigen Samoaner ab und zu einen Sonnenbrand erleiden. Verkauft werden sowieso nur Lichtschutzfaktor 30, 50 und darüber, aber selbst damit muss man aufpassen. Wir haben den spätern Nachmittag dann für einen kleinen Spaziergang hinauf ins nächste Dorf genutzt...

    

Am Abend gab es wie schon am ersten Tag (ok, hapert es doch etwas mit der Gedankensortiererei) mal wieder eine "FiaFia Night", eine Tanzshow von jungen Männern und zwei Frauen, die zu Trommeln und Gitarre und einem Blechdosen-Schlagzeug typische samoanische Tänze zeigen und die "Bühne" ab und zu in Flammen setzen. Wir haben drei FiaFia Shows miterlebt und es war jedes Mal ein lustiger Abend, davor gab es Essen und ein paar Cocktails, danach ließen es sich die Samoaner natürlich nicht nehmen die Touristen (vor allem die weiblichen) auch auf die Tanzfläche zu scheuchen. Dabei fühlte man sich ab und zu wie auf einem Viehmarkt...aufdringlich wurden die wenigsten, dafür war die erste Frage immer "wie alt bist du". Keiner weiß genau, ob es besser ist älter oder jünger zu sein, jedenfalls hing die Reaktion stark von der Antwort ab. Mal war die "Konversation" an dieser Stelle sofort beendet, mal musste man die Flucht ergreifen, weil die Insulaner eine potentielle Braut in Augenschein genommen hatten. Das war anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber irgendwie auch lustig...wir mussten an Tau und die Frauen aus dem Outback denken ;-)

                

Für den nächsten Tag war dann ein Ausflug zu den "Ocean Trenches" geplant, die uns als große Löcher im Boden beschrieben wurden, in den man schwimmen kann...na dann los: Der Kanadier und seine deutsche Ehefrau haben uns im Auto bis dorthin mitgenommen (ca. 20-30 Minuten Fahrt), das Wetter war anfangs eher mittelmäßig, aber das war uns egal. Erstmal haben wir das Drumherum bestaunt, die bunten Gärten und die schöne Aussicht auf die Küste. Außerdem sind wir einem kleinen Trampelpfad zu den Blowholes gefolgt, die bei Regen und Wolken nicht soooo spektakulär, aber trotzdem schön anzusehen waren.

                     

Danach wurde das Wetter zum Glück etwas besser und wir haben uns auf den Rückweg zu den Trenches gemacht. Zugang hat man nur über eine SEHR SEHR SEEEEEHR steile Leiter...also haben wir alle unsere Sachen oben auf einem Felsen liegen gelassen und nur das Handtuch zum "Abstieg" mitgenommen, wir waren sowieso allein. Bis alle ihren weg über die steile Leiter nach unten gefunden hatten dauerte es ein wenig, dann lockte eine Abkühlung im klaren Süß- und Salzwassergemisch. Ganz Mutige tauchen am Rande der Höhle etwa 30 Sekunden und kommen dann außen an der Küste mitten in der Brandung wieder raus...zu denen gehörten wir aber nicht, diesen Versuch haben angeblich auch schon einige Touristen mit dem Leben bezahlt.

  Bloß nicht nach unten schauen...;-) Mur noch drei Stufen abwärts......geschafft =)  Jill & Jasmin  

Nach 1 1/2 Stunden Herumplantschen und Sonne tanken haben wir uns auf den Rückweg gemacht...eigentlich wollten wir den Bus zurück erwischen, der ist aber an uns vorbei gerauscht und so sind wir erstmal losgelaufen. Ziemlich anstrengend ohne ein einziges Fleckchen Schatten, aber irgendwann würde sich schon eine Gelegenheit ergeben, selbst die Polizei nimmt ständig Leute mit. Dafür gab es beim Spaziergang zurück noch die Gelegenheit ein paar Schnappschüsse zu machen ohne im klapprigen Holzbus hin- und hergeschaukelt zu werden:

How to fix a boat :D  Der Kindergarten?  Ich laufe immer frei hier herum...  Ich auch!   ?!?!?

Irgendwann ist dann doch ein Auto vorbeigekommen, die Cousine von Tai, der Managerin unserer Bleibe. Die hat uns dann mit Bananenchips und Wasser versorgt und uns das ganze Stück zurückgefahren - perfekt =)

Am Abend haben wir uns dann unsere Obstvorräte vorgenommen und mal wieder eine frische Kokosnuss genossen (Danke Mama für den Hinweis, dass das Zeug ja soooooooo kalorienhaltig ist, haha). Danach kam Talei (einer der Mitarbeiter, wir waren mittlerweile schon mit jedem befreundet und ziemlich beliebte Gäste, weil wir ja solange geblieben sind) mit einer Flasche Jack Daniels an den Tisch, der wurde an diesem Abend natürlich nicht alt.

   

Den Rest dieses Abends und des darauf folgenden spare ich jetzt mal aus, das würde zu lange dauern ;-)

Am Samstag, also am vorletzten Tag haben wir einen weiteren Tagesausflug gemacht: Namu'a Island stand auf dem Plan, eine kleine ruhige Insel, die man mit 10-15 Minuten Autofahrt und 20 Minuten Bootsfahrt erreichen kann. Die beiden deutschen Berliner Schwestern, der Stewart mit seinen selbst entworfenen Badehöschen und ein Ire entschieden sich mitzukommen. Damit es für alle günstiger wird, haben wir uns alle in ein Auto gequetscht, wir wurden also in den Kofferraum verfrachtet (s.u.). Mit einem kleinen Klapperboot schipperten wir dann durch das kristallklare Wasser nach Namu'a, haben unterwegs einen riesigen Stachelrochen und eine ebenfalls riesige Schildkröte gesichtet. Beide waren leider zu schnell für meine Kamera. Am Strand von Namu'a Island wurden wir von drei Hunden begrüßt, die ausnahmsweise mal gesund aussahen (den Straßenhunden auf Upolu sollte man besser nicht zu nahe kommen). Bis auf ein paar Beach Fales, einen schönen kleinen Wanderweg hinauf auf den Berg und einen Traumstrand gibt es sonst auch nichts auf Namu'a Island, klein aber fein =)

Los geht's          life is hard ;-) Und weil ich jetzt schon ein paar Mal gefragt wurde: Nein, der Baum ist NICHT erst umgefallen, nachdem ich mich draufgelegt habe...der war schon so :D 

Die Riffe rund um die kleine Insel sind durch den Tsunami nicht ganz so stark zerstört worden, sodass wir einen großen Teil der Zeit zum Schnorcheln genutzt haben, allerdings musste man aufpassen, weil der Wasserstand ohne Flut z.T. so niedrig war, dass man Angst haben musste sich die Knie aufzuschlagen, auch wenn man nur an der Wasseroberfläche entlang geschwommen ist. Das Mittagessen war bei den 30 Tala (9 Euro) für den gesamten Ausflug inklusive, bei einer weiteren Kokos-Kalorienbombe und typisch samoanischem Essen haben wir ein kleines Päuschen eingelegt, den Rest des Tages auf Namu'a genossen und dann mit der nächsten Flut die Gelegenheit genutzt zurück nach Upolu zu fahren.

Am Sonntag, unserem letzten Tag in Samoa, haben wir nochmal einen Faulenzer-Strandtag eingelegt und sind Montagmorgen mit Tau zurück nach Apia zum Flughafen gefahren, um dann nach 4 Stunden Flug und 23 Stunden Uhr vorstellen am Dienstagnachmittag in Auckland bei Regen und starkem Wind angekommen sind. Der Urlaub war super und auch erholsam, leider wie immer viel zu schnell vorbei, aber eine vernünftige Dusche und ein eigenes Bett waren dann auch wieder schön =)

Bye Bye Samoa!

International Food Day!

Donnerstag, 06.10.2011

Heute hat die Unitec den zweiten International Food Day veranstaltet, bei dem Hobbyküche aller Nationen (und davon gibt es hier ja etliche) Landestypisches verkaufen können. Meine Mitbewohnerin Jasmin aus Österreich hatte bereits eine Woche lang etliche Apfelstrudel gebacken und jede Menge Rezepte ausprobiert, sodass ich schon vorher eine kleine Ahnung hatte worauf ich mich freuen kann. Es ist gar nicht so einfach, weil wir z.T. nicht einmal vernünftige Töpfe und Pfannen haben und die Ausstattung eher provisorisch ist. Außerdem fand das ganze im "Hub", dem Zentrum des Campus statt, sodass man hunderte Portionen vorbereiten musste. Besonders viel Mühe haben sich unsere Mexikaner gegeben, die ihren Auftritt mit passender Musik und guter Stimmung unterstützt haben.

Wir entschieden uns dann für einen gefüllten Tacco mit Salat und Guacamole und danach gab's von den Österreichern Kaiserschmarrn mit Vanilleeis und Pflaumenmarmelade Lächelnd

Lisa und Sarah - GERMANY!MEXIKO  Juan und Sala - MEXIKONimbe und Gisal - MEXIKO  Enjoy, Paul ;-)  Kojo & PaulCarlosMarine  

Danach haben wir uns alle noch etwas vor der Arbeit gedrückt und das Frühlingswetter bei 20 Grad draußen ein halbes Stündchen genossen, bevor es zurück in die Bibliothek ging.

    Mhhhh wie kann man sich vor der Arbeit drücken...?

 

 

Bad taste but good night!

Samstag, 01.10.2011

01.10. - Partytime für Johanna und mich! Die war allerdings erstmal mit vielen anderen unterwegs nach Waitomo zum Blackwater-Rafting. Ein paar Vorbereitungen waren noch zu treffen und so hab ich mich nachdem ich am morgen von meinen Mitbewohnerinnen Jasmin und Linda mit zwei RIESENtellern Zimt- und Vanilleschnecken begrüßt wurde (Gruß an meine Hüften) an die Arbeit gemacht und Apartment 40 ein bisschen hergerichtet. Paul, Carlos und ihre Mitbewohner haben ihre Wohnung freundlicherweise zur Verfügung gestellt, unsere wäre etwas zu klein gewesen. Danach musste ich die nochmal los, um das i-Tüpfelchen für unser Bad-Taste-Outfit zu besorgen, aber schaut euch einfach die Bilder an ;-)

Am Abend ging's dann endlich rund, und wie! Jeder hat sich irgendetwas einfallen lassen und die schrecklichsten Kombinationen präsentiert, die der Kleiderschrank zu bieten hatte. Johanna und ich hatten uns für zwei Hosen aus dem Dollarshop und Perücken entschieden.

Es gab jede Menge JellyShots, einen Bad Taste Contest, bei dem wir Marine und Michael als Sieger gekürt haben. Zu gewinnen hab es eine pinke Plastikhand und einen pinken Hut - bad taste eben. Johanna und Paul haben auch gebacken - kalorientechnisch so ziemlich die schlimmste Woche, aber der Kuchen war himmlisch, DANKE =) Die anderen kamen dann noch mit zwei Tüten aus Carlos geheimen Hinterstübchen und hatten Geschenke für Johanna und mich eingepackt. Bekommen haben wir (für viele weitere hundert Abende mit Tee und Keksen bei Johanna :D) einen Thermosbecher und eine Tasche. Die hatten wir beide gleichzeitig bei einem Einkaufsbummel entdeckt und fanden sie witzig haben sie aber nicht gekauft. Das hatte sich dann damit erledigt =). Dazu habe ich wie auch Johanna von den Jungs noch eine Barby inkl. Kleidern zum Wechseln, zwei Haarspangen und einer grünen Plastiktasche bekommen - wie sie auf die Idee gekommen sind weiß keiner so genau, aber witzig - Danke Cool

                           

Irgendwann um halb 11 tauchte dann allerdings einer der "Partystopper" auf und wollte das ganze beenden. "Das Handbuch sagt alles über 8 Leuten ist eine Party und Parties sind verboten" - yeeeah right, mitten auf dem Campus. Nun gut, also ein Stündchen ging das ganze noch gut, dann kam die Security. Also schnell raus aus dem Bad Taste Outfit und rein in etwas Ausgeh-Taugliches. Nach 20 Minuten waren alle umgezogen und abfahrtbereit und los ging's Richtung downtown, wo wir die Party dann bis in die Morgenstunden zu Ende gefeiert haben. Super Tag, super Wochenende Lächelnd

Oktoberfest Down Under

Freitag, 30.09.2011

Nach einer super Party gestern ging's heute erst mal an die Geburtstagsvorbereitungen für unsere eigene Party morgen. Nach einer Einkaufstour mit Johanna wurde es dann Zeit für's Oktoberfest im Carrington's (Pub auf dem Campus). Die Deutschen hatten sich das ausgedacht und die Erlaubnis bekommen. Mit einem Dirndl konnten wir natürlich nicht dienen, haben uns aber trotzdem an einem passenden Outfit versucht =)

Mit jeder Menge deutscher Partymusik, Lebkuchenherzen (Danke Sarah & Lisa - die waren göttlich!) und dem ein oder anderen Bier haben wir ein schönes Oktoberfest mitten in Auckland gehabt.

  HahahaNimbe, Marine, PhilippaOktoberfestfan Eduardo (Mexiko)     German PowerDem Kellner stand sein Outfit :D  Karen

Danach tummelte sich wie immer jeder irgendwo im Partyapartment 40 - was ich nicht wusste war, dass es schon relativ spät war. Ich war totmüde und wollte eigentlich gerade gehen, als ich ständig diverse Mini-Aufträge bekommen habe und ständig böse angeschaut wurde: Aber du kommst wieder, oder? Du musst nochmal wieder kommen. Nach ein paar Runden Dart mit Carlos wusste ich dann warum. Es war mittlerweile 12 und damit der 1.10., mit einem schönen Ständchen und einer Blume von Johanna wurde ich dann im neuen Lebensjahr begrüßt - Danke =) Danach ging's dann aber wirklich für alle nach Hause, am nächsten Tag stand für viele ein Ausflug auf dem Programm und für mich Geburtstagsvorbereitungen - das Bad Taste Outfit musste noch perfektioniert werden ;-)

Party-Wochenende!!!

Donnerstag, 29.09.2011

So, nachdem es Dienstag mit Johanns Geburtstag begonnen hatte, folgten Ryan und Elin am Donnerstag. Elins Mitbewohnerinnen haben sich für eine Überraschungsparty mit dem Thema "Schweden" entschlossen, dank Facebook lässt sich hier auch immer alles irgendwie heimlich organisieren. Ich hatte eigentlich viel Arbeit und hatte mir überlegt nur kurz vorbeizuschauen, um nach 1-2 Stündchen wieder nach Hause zu gehen. Nichtmal was zu trinken hatte ich mitgenommen ("Ich trink' heute nichts") - diese Vorhaben sind ja meistens generell zum Scheitern verurteilt, so auch an diesem Abend.

Jill lockte Elin unter einem Vorwand in ihr Appartment. Die war völlig ahnungslos und die Überraschung definitiv gelungen! Da wir schon ziemlich früh angefangen haben (halb 8) und die Stimmung eher verhalten war, dachte ich zu Beginn noch, dass es mit dem frühen Schlaf heute kein Problem werden dürfte. Das änderte sich dann aber schlagartig, die Stimmung stieg und die Party war der Hammer. Johanna und ich haben uns dann doch noch schnell ein weiteres Fläschchen Wein organisiert, als wir zurück kamen war die Bude rappelvoll.

Am nächsten Morgen hatte ich den schlimmsten Muskelkater meines Lebens und Schrammen auf beiden Armen...hmmmm das war merkwürdig. Nach und nach dämmerte es mir dann. Johanna klärte mich freundlicherweise auf, dass ich die halbe Nacht auf riesigen Warnposten, die wie aus dem Nichts in der Wohnung aufgetaucht waren Gitarre gespielt hatte. Pete kam mit seinem Skateboard vorbei, irgendwer hat mich Gott sei Dank vom Fahren abgehalten. Das hat Marine übernommen und ist zusammen mit Harold den Berg runtergerast. Komisch war aber immer noch der Muskelkater, ich hatte schon vorher einen, aber SO schlimm? Zu später Stunde hatten Pete und ich offenbar stretching Übungen praktiziert und jeden zum Mitmachen animiert. Leider hat der Wein mich meine Beweglichkeit scheinbar etwas überschätzen lassen, die Strafe war dann der Muskelkater am nächsten Tag. lessons learned: Kein Sport mit Alkohol...nun gut, wenigstens hatte es wohl zur Belustigung aller Beteiligten beigetragen. Neben mysteriösen Warnposten tanzte glaube ich jeder überall - ein Wunder, dass die Möbel das überstanden haben; plötzlich gab es bunte Fenster, weil irgendjemand gelbe Farbe darauf gekippt hatte. Carlos und ich haben die Fenster dann versehentlich mit einer Flasche Vodka statt Wasser von oben gereinigt - eine schöne Dusche für alle, die gerade draußen saßen (uppps). Am nächsten Tag erzählte uns Pete, der irgendwann wieder verschwunden war, dass er sich gewundert hat, weil heute überall gelbe Farbe auf dem Betonboden gewesen sei....ja woher die wohl kam. Naja, ganz so doll kann man die Partygeschichten jetzt nicht vertiefen, es war jedenfalls eine der besten!

Geburtstagskind Elin Helena  Elin & Carlos & Carlos        Marine & Kojo     

Happy Birthday Johanna =)

Dienstag, 27.09.2011

Mit Johannas Geburtstag gab es heute den Auftakt in eine legendäre Partywoche! Von mir gab's einen selbstgebackenen Apfelkuchen zum Ehrentag, Johanna selbst hat noch Schokomuffins und Pfirsich-Vanille Torte bereitgestellt...puuuhhh, Kalorienmarathon!

Kojo und Marin sind noch mit ihrem exklusiven Geschenk aufgetaucht - "Elaine" überwacht seitdem aufmerksam Johannas Zimmer ;-)

Nach 2 Klatsch und Tratsch sind wir dann nach Kingsland in die Bar Neighbourhood gefahren, wo wir auch schon vor dem Rugby World Cup Opening waren. Super schön, leider nicht ganz billig, aber bei gutem Essen und einem Ständchen (mehr war an einem Dienstagabend leider nicht drin) haben wir den Abend ausklingen lassen =)

Elaine :D

I believe I can fly ...

Samstag, 24.09.2011

...I believe I can touch the sky!

Und ich hab's getan! Ein Fallschirmsprung in den Bay of Islands, wuaaaaahhh der Wahnsinn. Wie ihr seht oder lest bin ich putzmunter und hab alles gut überstanden! Einen ausführlichen Bericht gibt es, wenn wir alle unsere Fotos untereinander ausgetauscht haben, also schaut bald nochmal rein =)

So, nachdem ja schon einige Beschwerden kamen kommt jetzt ENDLICH mal ein update...sorry für die Verspätung, aber Partywoche und Samoa kamen noch daziwschen. Aber mal der Reihe nach: Heute morgen sind wir (Ellen, Sarah, Jill, Michael und ich) um 7.30 Uhr mit dem Bus losgefahren, um pünktlich um 8 Uhr unseren Mietwagen für den Tag abzuholen. Ein winziger blauer Toyota - es sollte ein kuschliger Tag zu fünft in "Blue Rocket" werden, so tauften wir unser Gefährt, in der Hoffnung wirklich schnell wie eine Rakete in den Norden zu düsen. Blue Rocket hieß eigentlich "Super Windy", das haben wir aber erst später festgestellt als wir uns die Kofferraumklappe mal genauer angesehen haben. Jedenfalls ging es dann mit Super Windy alias Blue Rocket und Ellen am Steuer los Richtung Bay of Islands ("Bucht der Inseln"), etwa 230 Kilometer nordöstlich von Auckland, bestehend aus etwa 144 unterschiedlich großen Inseln, Buchten und Sandstränden. Die Fahrt dorthin an sich war bei bestem Wetter schon mal schön. Bereits morgens um 7 war es so warm, dass ein T-Shirt völlig ausreichte, keine Wolke am Himmel und eine echte "scenic route", auf der wir immer mal wieder angehalten haben für eine kleine Pause und ein paar Fotos. Blue rocket gab wirklich sein bestes, aber ab einer gewissen Steigung musste man ihm immer gut zu reden, damit er mit ziemlich merkwürdigen Geräuschen versuchte den nächsten Abschnitt zu meistern. Zwischendurch haben wir einen kleinen Stop für ein paar Fotos gemacht.

Ab in die Bay of Islands!!!   Blue Rocket! 

Nach 2 1/2 bis 3 Stunden waren wir angekommen. In Paihia, der größten "Stadt" haben wir eine Mittagspause eingelegt und unser Ricknick bei traumhaftem Wetter am Strand genossen (--> Man beachte bitte unbedingt Ellens (ungewollte) Millimeterarbeit beim Einparken...hihi, Frau am Steuer - Ungeheuer?) Überrascht. Danach gab's noch ein Eis zur Beruhigung und wir haben die deutsche Gruppe getroffen, die mit 10 Leuten in 2 Vans unterwegs waren und ein ganzes Wochenende im Norden verbringen wollten. Das haben wir nicht gemacht, einige waren schon dort und ich habe die Bay of Islands als eine Station unserer Rundreise am Ende eingeplant. Daher wollte ich mir das Geld für eine Übernachtung sparen und am selben Tag zurückfahren.

Good work, Ellen! :D    

Noch eine Stunde bis zu unserem großen Date im Skydive-Zentrum. Also zurück zum Auto und los. Dort angekommen mussten wir erstmal ein paar Zettel ausfüllen und konnten dann durchgehen bis zu einer Wiese, von der aus man permanent Starts und Landungen beobachten konnte - die Spannung stieg! Wir waren 5 Leute, wurden aber in 3 unterschiedliche Durchläufe eingeteilt. Alle zusammen haben wir eine Einweisung bekommen, also Informationen darüber wie man seine Arme, Beine und seinen Kopf positioniert, damit alles stimmt. Ich war noch nicht richtig nervös, aber schon sehr bemüht genau zuzuhören, schlißelich springe ich nicht jeden tag aus 16.000 ft (=4800 Meter = fast 5 Kilometer) Höhe aus einem Flugzeug. Der Kiwi, der uns das alles erklärt hat, hielt sich für besonders witzig und war scheinbar sehr interessiert an deutschen Schimpfwörtern, was uns alle etwas nervte. Ich war mir dann irgendwie nicht ganz sicher, wann ich meine Arme wie halten soll (weil der Herr einen ziemlich starken Akzent hatte, mit dem ich meine Schwierigkeiten hatte. Wenn die Kiwis richtig loslegen wird's manchmal undurchschaubar). Als er dann fragte "Any questions?" fragte ich ihn sicherheitshalber nochmal, was damit endete, dass er die ganze Zeit versuchte sich auf Englisch über die Deutschen lustig zu machen. Nun gut, ich hatte damit kein Problem, aber für eher schüchternde Leute nicht wirklich ermutigend. Wir haben uns alle etwas fragend angesehen, ich habe dann dazu nichts gesagt, aber es fehlte noch ein Wort und ich hätte ihn daran erinnert, dass ich eine Menge Geld und wahrscheinlich auch einen Teil seines Gehaltes mit meinem Sprung bezahle und dass es vielleicht auch normal ist, dass man etwas nervös ist, wenn man so etwas vorher noch nie gemacht hat. Hat mich dann aber nicht interessiert, ich musste schließlich nicht mit ihm, sondern mit "Tim" springen. Wir bekamen dann unsere Ausrüstung - einen Anzug, unser "Geschirr", eine Kappe, eine Plastikbrille und Handschuhe.

Danach ging es für Ellen los, sie und ihr "guide" machten sich mit zwei anderen Personen auf zu einem winzigen Flugzeug, von dem ich vorher noch dachte, dass DAS auf gar keinen Fall ein Flugzeug sein kann, mit dem man zu einem Fallschirmsprung startet. Warum auch immer, wir alle waren fest überzeugt, dass man auf jeden Fall steht und rausspringt, aufstehen war in diesem Ding aber nicht möglich. Entgegen aller Erwartungen war dieses kleine winzige Flugzeug, das gerade so Platz für den Piloten und 6 Leute aufeinandersitzend bot, sehr wohl dasjenige, das uns auf 16.000 Fuß Höhe befördern sollte. Alle beobachteten gespannt wie Ellen später mit dem Fallschirm wieder zu Erde herabsegelte. Sie war total begeistert, was mich noch einmal bestärkt hat, wirklich zu springen. Dann ging es für Jill, Michael und mich los. Ab in das winzige Flugzeug, das auf einer Seite logischerweise komplett offen ist, nur ein Plastikrolle davor, damit man nicht versehentlich schon vorher rausfällt. Ich saß noch nie ín so einem kleinen Ding und war gespannt auf den Flug. Der Flug selbst war schonmal ein Traum, in den Bay of Islands werden auch viele Runflüge angeboten (ohne Fallschirmsprung), den hatte ich ja quasi inklusive. Wenn ihr bei google Bilder mal "Bay of Islands" eingebt bekommt ihr einen Eindruck davon, wie es war. Nämlich genauso schön wie auf den Bildern! Da der Flug eine ganze Weile dauert (ich schätze es waren 20 Minuten oder mehr) konnten wir den Ausblick eine ganze Weile genießen. Auch wenn es sehr merkwürdig war in einem nicht luftdichten Flugzeug zu sitzen, nicht mehr als eine dünne Schicht Holz und Metall um mich herum. Komisch wird es, wenn man in diese kleinen Ding durch die Wolkendecke fliegt. Aber noch komischer wird es, wenn man nach der Wolkendecke darauf hingewiesen wird, dass man nun auf HALBER HÖHE ist. Okay, bei alle Ruhe, das war der Moment wo ich dachte "Ach du Sch****, was machst du hier eigentlich", den beiden anderen stand dieselbe Frage ins Gesicht geschrieben, aber ich musste nur lachen, zurück ging's eh nicht mehr! Einen Moment später gab es auch schon eine Sauerstoffmaske für uns drei, 4,8 Kilometer sind verdammt schweinehoch kann ich euch sagen. Die guides haben auch jeder ein zwei Atemzüge genommen, aber sie sind es wohl auch ohne gewohnt. Und dann ging's los, Klappe auf. Michael war der erste. Sauerstoffmaske weg, ab Richtung Kante, Kopf in den Nacken, Arme vor die Brust, Foto und raus! OH MEIN GOTT, mir ist das Herz in die Hose gerutscht als ich nur rausgeschaut habe. Mein guide hatte mich während des Fluges fest verschnallt und an sich gebunden und robbte mit mir Richtung Ausgang. Und von vorn, Kopf in den Nacken, Arme verschränken, Foto und raus. AHHHHHHHHHHHHH, das war so ziemlich das heftigste was ich bislang erlebt hab, man springt ja nicht raus und fällt gemütlich. Man springt raus, überschlägt sich vielleicht einmal (weiß ich nicht mehr so genau, hat sich so angefühlt), und rast zunächst mit dem Kopf voraus 75 Sekunden im freien Fall Richtung Erde. Man hatte uns schon vorher gesagt, dass wir einfach schreien sollen, wenn wir das Gefühl haben nicht atmen zu können. Das Gefühl hatte ich, geschrien hat glaube ich ohnehin jeder. Aber man kann atmen, das ist nur das Adrenalin und die erste Panik vielleicht, danach geht es. Nach 75 Sekunden, die mir vorkamen wie eine Ewigkeit, öffnete sich der Fallschirm! Zack, ein kurzes Rappeln und Ruhe. Wow, das ist schon ein Kontrast, erst rast man in einem Affenzahn Richtung Erde, kaum ist der Fallschirm geöffnet segelt man friedlich und ganz entspannt vor sich hin und kann die tolle Aussicht genießen. Die guides sind ja sowieso die Ruhe selbst, haben die ganze Zeit eine Kamera in der linken Hand dabei und wir haben da oben ein paar lustige Fotos gemacht. Wir haben uns ein bisschen unterhalten, ich habe erfahren, dass ich gerade den höchsten Fallschirmsprung mache, den man bei einem Tandemsprung überhaupt machen kann - crazy. Wir hatten damals die Wahl zwischen 12.000 und 16.000 ft, aber wenn schon denn schon =). Ich durfte dann den Fallschirmselbst lenken, hat Spaß gemacht ! Dann haben wir ein paar Runden gedreht und uns ein bisschen abwärts geschraubt, huiii das war nichts für meinen Magen bzw. ich habe es vorgezogen ein paar größere Kurven zu nehmen und dabei die Aussicht weiter zu genießen, das haben wir dann auch so gemacht. Irgendwann ging's dann an die Vorbereitung zur Landung, ich musste gar nichts machen, nur die Beine und Füße hochziehen. Langsam näherten wir uns dem Boden und winkend konnte ich den Rest der Truppe winkend unter mir erkennen. Es gab eine sanfte Landung auf dem Hintern und da war es auch schon vorbei und ich hatte wieder sicheren Boden unter den Füßen.

  Tim    Fertig =)Angsthasen?!  Neeee =)    Los geht's für Elllen     EllenEllen Jetzt wir =)Jill, Michael, Caro   Juhuuuuu      Geschafft! Happy =)

Fazit: Der absolute Wahnsinn, und mein persönliches Limit, das ich gerne ausgetestet habe! Für mich war es erstmal genug, aber ich würde es wieder tun, irgendwann! Die Höhe ist schon ein besonderer Kick, nichts für schwache Nerven, aber es lohnt sich, der freie Fall dauert schon deutlich länger, der Flug nach oben auch. Höher geht's bei nem Tandemsprung nicht, aber selbst wenn es ginge wären 4.800 Meter meine Grenze. Ich kann es immer noch nicht so ganz fassen, dass das wirklich gemacht habe. Das war schon immer etwas, was ich zumindest einmal im Leben machen wollte - geschafft CoolCool

Glücklich und total erschöpft warteten wir noch auf Sarah, die ihren Sprung als letzte hatte und dann ging's mit Blue Rocket zurück Richtung Auckland und nach ein paar Telefonaten und einer heißen Dusche ab ins Bett. Am nächsten Morgen musste Blue Rocket zurück zum Autoverleih, und zwar um 8 Uhr morgens. Das haben Ellen und ich übernommen, den Rückweg wollen wir für einen ca. einstündigen Spaziergang zurück zum Village nutzen.

Studieren, studieren, studieren

Freitag, 23.09.2011

Diese Woche war leider nicht besonders spannend, viel Arbeit, viele assignments, viele Gruppentreffen, irgendwie hört das nicht mehr auf. Wir alle wundern uns, dass wir SO viel Zeit in der Bibliothek verbringen, wir hatten gehofft, dass es anders sein würde. Naja, Augen zu und durch =)

Dazu war ich diese Woche in der "Osteopathy" auf dem Campus, das ist in demselben Gebäude, in dem ich auch schon für meine Grippe und Röntgengeschichte war. Da ich dort aufgrund meiner grandiosen Unitec-Versicherung nichts bezahle (was wirklich wirklich super ist, kann ich jedem empfehlen, der hier her kommt), wollte ich mit meinem immer noch sehr stark schmerzenden Nacken mal dort vorbeischauen. Ich habe dann einen Termin mit gleich zwei Physiotherapeuten )oder was auch immer die genaue Bezeichnung sein mag) und eine etwa zweistündige Behanldung bekommen. Die beiden haben mir erklärt, was sie vermuten, so genau habe ich das nicht verstanden, irgendwas mit zwei Wirbeln im Nacken, die blockiert sind oder sowas. Wie auch immer, jedenfalls sei es eine natürliche Reaktion des Körpers, dass man sich erstmal nicht bewegen kann. Mein Kopf wurde in alle möglichen Richtungen gedreht und gezogen, aber ziemlich vorsichtig, links ging es nur bis zu einer bestimmten Grenze, dann war Schluss. Ich habe noch ein Kühlpad bekommen und am nächsten Tag war es tatsächlich viel besser. Ich hatte dann einen zweiten Termin am Donnerstag und konnte mich mittlerweile wieder normal bewegen, auch wenn ich es links immer noch etwas merke. Am Donnerstag wurde dann mal der komplette Rücken in Augenschein genommen, Begeisterung sieht anders aus. Der behandelnde Therapeut sagte mich, dass er sich wundert, warum mir allgemein nichts weh tut im Rücken, wenn ich mich bewege, die komplette Muskulatur wäre so "verspannt", dass es eigentlich weh tun müsste, außerdem wäre die Spannung ziemlich untschiedlich konzentriert, alles ziemlich asymmetrisch also. das hat er mir dann an ein paar einfachen Handgriffen gezeigt - wie recht er hatte, leider. Ich habe ihm von meinem Autounfall erzählt, nachdem ich blöderweise nie die Physiotherapie wirklich beendet habe und seitdem öfter mal Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen habe - allerdings auf der rechten Seite. Er zog dann eine Kollegin zur Beratung hinzu, die beiden waren der Meinung, dass ja alles irgendwie zusammenhängt und die Sache mit dem Nacken eigentlich nicht so einfach ohne irgendeine hektische Bewegung passieren sollte. Daher würden sie jetzt den kompletten Rücken in Angriff nehmen und behandeln, los ging's. Wieder zwei Stunden, in denen mir klar wurde was er mit "tension" in den Muskeln meinte. Nicht nur angenehm und sehr anstrengend, aber danach wiederum besser, also gut =)

Nächste Woche habe ich wieder einen Termin und danach vielleicht weitere, auch wenn ich kein dringender Fall mehr bin bekomme ich scheinbar noch einige Termine, die ich natürlich nutze, eine super Gelegenheit für eine kostenfreie Mini-Physio. Schließlich ist mein Rücken noch jung und soll noch einige Jahre durchhalten =) Jetzt bin ich zumindest erst einmal fit für morgen, warum erfahrt ihr Sonntag Zunge raus

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